Top

Flugvermessung

Flugvermessung bei der FCS Braunschweig

Im Bereich der Flugvermessung führt die FCS Überprüfungen nachfolgender Systeme durch: ILS CAT I bis III, MLS, PAR, (D)VOR, DME, TACAN, NDB, GBAS, VHF und UHF Funkpeiler, COM-, PAPI und Anflugbefeuerungssysteme, sowie Sondervermessungen, z.B bei gestörten NAV-Anlagen oder GPS-Störung.

Im Bereich der flight validation, validiert die FCS RNP (GPS RNAV und konventionelle) Verfahren, P-RNAV (DME-DME)-Verfahren und LPV / APV SBAS Präzisionsanflüge. ARINC 424 und FMS Datenbankvalidierungsdienste der FCS ergänzen die Validierung aller GPS-basierten Verfahren.

Als drittes Hauptsegment der fliegerischen Dienste führt die FCS Flugvermessungen von Surveillance-Systemen durch, d.h. von Primär- und Sekundärradar (SSR/MSSR) sowie Multilaterationssystemen (MLAT/WAM) und PAR. Im Surveillancebereich führt die FCS ferner Sondermessungen im 1030/1090 MHz-Bereich durch.

En-route Navaids

Zu den „klassischen“ Enroute Navaids, die von der FCS flugvermessen werden, zählen (D)VOR-Anlagen, DME und NDB-Systeme. Während ein Teil dieser historischen Navigationsanlagen abgebaut wird, wird ein anderen Teil in vielen Ländern derzeit durch neue Anlagengengenerationen ersetzt, um weiterhin eine Fallback-Infrastruktur zu GPS aufzubauen, und da viele ältere Verkehrsflugzeuge diese Navigationsanlagen immer noch benötigen. Das Flugvermessungsintervall beträgt üblicherweise ein Jahr.

» Flight Validation P-RNAV

ILS

FCS führt Erstflug-, Routine sowie Sonderflugvermessungen von ILS Localizer-, Gleitweg-, Marker, sowie Approach DME-Subsystemen unter Einsatz modernster Flugvermessungstechnologie und präzisen Vermessungsprozeduren durch. 
Die FCS Flugvermessungsflugzeuge D-CFMD und D-CFME verwenden das DGPS-Trägerphasendifferenzverfahren zur Positionsbestimmung, das in Verbindung mit weiteren Flugzeugsensoren eine absolute Positionsgenauigkeit von 10 cm erzielt und die Flugvermessung auch bei ungünstigen Wetterbedingungen gestattet. Als ergänzenden Sensor, insbesondere bei schlechten GPS DOP-Bedingungen, sowie bei Erstflugvermessungen setzt die FCS weiterhin einen Laser Tracker ein.
Gleichzeitig mit der ILS-Flugvermessung werden einmal jährlich auch die optischen Anflughilfen überprüft und bewertet. Zur Reduzierung der Beeinträchtigung des regulären Luftverkehrs führt die FCS die zweimal jährlich fälligen ILS-Vermessungen an verschiedenen Großflughäfen in der Nacht durch. Für die Überprüfung des ILS sind Anflüge seitlich, oberhalb und unterhalb des publizierten Flugweges erforderlich; für eine Vermessung wird eine Landebahn mehrmals angeflogen. Hierbei werden die ILS-Signale aufgezeichnet und auf Einhaltung der von der ICAO vorgegebenen Toleranzen ausgewertet.

GBAS

Als einziges für die Flugvermessung zugelassenes Messflugzeug in Europa ist die D-CFME der FCS mit einem in das Flugvermessungssystem integrierten GBAS-Empfänger ausgestattet. Schwerpunkt der GBAS-Flugvermessung ist die Erfassung der Abdeckung des VDB-Korrektursignals als Ergänzung der umfangreichen Messungen am Boden. Die Ermittlung der VDB coverage erfolgt anhand der auf SI-Normale rückgeführte Feldstärkemessungen der FCS innerhalb der von ICAO geforderten Messtoleranzen.

Radarvermessungen

Surveillance-Systeme (Radar, MLAT/ WAM, ADS-B) sind sicherheitskritische und teure Infrastrukturinvestitionen. Diese bilden mit Systemlaufzeiten von teilweise über 20 Jahren das Rückgrat des Air Traffic Management. Daher kommt der Erstflugvermessung als wichtiger Meilenstein im Systemlebenszyklus eine besondere Bedeutung zu. Hier wird bestätigt, ob das System die vereinbarten Spezifikationen wie in von ICAO oder EUROCONTROL festgelegten Dokumenten einhält. Die Flugvermessung eines surveillance-Systems durch die FCS umfasst in der Regel:

  • Gewinnung der kritischen Qualitätsparameter wie z.B. Zielerkennungsrate (PD) und Auflösung
  • Bewertung der Reichweitenabdeckung eines Testradials, sowie auf An- und Abflugstrecken
  • Systemoptimierungen, im Falle von Radar z.B. Tilt
  • Generell Bestätigung der Anlagenperformance

Für die Radarvermessung setzt die FCS üblicherweise ein besonders ausgerüstetes Learjet 35A-Flugzeug ein, siehe Beschreibung unter Flugzeuge.

SASS-C-Aufzeichnung

Die essentielle Aufzeichnung und Auswertung der Radar-Leistungsparameter am Boder wird über besondere Partnerschaften mittels des SASS-C Tools durchgeführt. Hiermit ist die FCS in der Lage, vollständige und aussagekräftige Berichte in Übereinstimmung mit den geltenden Vorschriften und Regeln durchzuführen.

Sondervermessungen

Bei festgestellten Störungen von Bodenanlagen oder bei sonstigen besonderen Anlässen führt die FCS Sondervermessungen jeglicher Art mit Prop- oder Jetflugzeugen durch. Bei Bedarf wird zur erweiterten Störungsanalyse FCS SISMOS-Technik eingesetzt.

Besonders wirksam ist die FCS in der Lage, mittels des bei allen Vermessungsflügen mitlaufenden neuen GPS Carrier/Noise Monitors GPS-Störungen rechtzeitig zu erkennen. 

» IFIS Paper C/N Monitor