Neues Meßflugzeug für die FCS

FCS King Air 350

Im Rahmen ihres routinemäßigen Flottenerneuerungsprogramms konnte die FCS Flight Calibration Services GmbH zum Jahreswechsel 2019/2020 ihre neue Messmaschine D-CFMF in Betrieb nehmen. Mit Blick auf eine gewünschte Flottenkontinuität handelt es sich dabei erneut um eine Textron Beechcraft KingAir 350 mit einem hochmodernen Flugvermessungssystem (FIS) der Aerodata AG. Sowohl in Flugzeug wie Messsystem flossen eine Reihe von Innovationen ein, die für unsere Kunden einen Mehrwert durch eine noch umfassendere Messdienstleistung bedeuten werden. Mit diesem Investment unterstreicht die FCS erneut ihre Rolle als eines der technologisch führenden Flugvermessungsunternehmen in der Welt.  

Allergrößte Zuverlässigkeit in der Erbringung ihrer Messdienstleistungen stand für die FCS von Beginn an im Fokus ihrer Firmenstrategie. Um diesbezüglich sowohl normalem Verschleiß als auch vor allem dem technologischen Fortschritt an Flugzeug und Messsystem Rechnung zu tragen, erneuert die FCS ihre Flotte regelmäßig in Abständen von etwa 12 Jahren. Zum 15 Januar 2020 war es dann wieder soweit: Nach dreizehnjährigem Einsatz und etwa 11.000 Flugstunden im Dienste der FCS wurde für unsere D-CFMD die D-CFMF in Betrieb genommen.
 

Flugzeugseitig war die größte Veränderung sicherlich der Wechsel der Cockpit-Avionik: hier hatte der Hersteller Textron Beechcraft in den letzten zwei Jahren ein umfangreiches Upgrade vorgenommen: Standard-Ausrüstung ist nun ein Cockpit der neuesten Generation von Collins (ehemals RockwellCollins), das ProLine Fusion. Wesentliches Merkmal dieser neuen Cockpit-Architektur sind die drei großen Bildschirme, die im Gegensatz zur Vorgängergeneration nun auch über Berührungen gesteuert werden können. Erstmalig wurde mit der D-CFMF ein Flugvermessungsflugzeug mit FLARM ausgerüst, einem Verkehrsinformations- und Kollisionsvermeidungssystem für die allgemeine Luftfahrt. Mit einer ganzen Reihe an neuen Funktionalitäten verschafft das neue Cockpit den Flugzeugführern eine umfassende Übersicht, im englischen Situational Awareness genannt, die ein ganz wesentlicher Bestandteil eines sicheren Flugbetriebs ist, gerade in dem fliegerisch sehr anspruchsvollen Arbeitsumfeld der FCS.

Auf Seiten des Messsystems ist ein wesentliches Upgrade sogar von außen zu sehen: erstmalig wurde ein technisch anspruchsvolles Kamerasystem integriert. Hierzu wurden drei hochauflösende Kameras in einem Gehäuse auf der Flugzeugnase installiert, ergänzt durch eine weitere Kamera im Cockpit, welche die wesentlichen Instrumente zur Navigation und Flugwegführung, aufnehmen kann. Dieses System wird zur Überprüfung von optischen Anflughilfen sowie Anflug- und Flughafenbeleuchtungen zum Einsatz kommen, darüber hinaus kommt es zu neuartigen Anwendungen im Bereich der Validierung neuer An- und Abflugverfahren (Flight Validation): hier lassen sich bereits jetzt besonders relevante Hindernisse in der Wiedergabe der Kamerabilder einblenden, die den Flugzeugführer bei der Identifizierung und Verifikation dieser Hindernisse erheblich unterstützen. Diese Verfahren sollen zukünftig weiter automatisiert und ausgebaut werden.

Andere Änderungen am FIS sind von außen nicht so leicht zu entdecken und beziehen sich im Wesentlichen auf die Software des Messsystems, die herstellerseitig ebenfalls einem umfangreichen Update unterzogen wurde. Für unsere Kunden am greifbarsten sind dabei neu geschaffene Kapazitäten, für unser Referenzsystem nunmehr mehrere Satellitensysteme benutzen zu können: war dies bisher auf das US Navstar („GPS“) System beschränkt, können nunmehr auch zeitgleich Daten des europäischen GALILEO sowie des russischen GLONASS Systems verarbeitet werden. Mit der Möglichkeit, auf nunmehr drei Satellitensysteme zugreifen zu können, reduziert sich die Abhängigkeit von der jeweiligen Satellitenkonstellation, die bisher mitunter zu Einschränkungen in der Verfügbarkeit unseres Referenzsystems geführt haben.

Eine weitere signifikante Verbesserung findet sich Bereich der Vermessung von Streckenanlagen, hier insbesondere bei der Vermessung von DMEs: Hier können mit dem neuen System bis zu zehn Anlagen simultan vermessen werden. Dies ist insbesondere für die Überprüfung neuer An-und Abflugverfahren wichtig: Basieren diese auf Satellitennavigation, so sind für diese Verfahren im Falle des Ausfalls des Satellitensystems Rückfalllösungen durch DMEs (DME/DME) vorgesehen. Im Rahmen der Validierung dieser neuen Verfahren muss nun sichergestellt werden, dass entlang des gesamten Flugwegs des Verfahrens eine entsprechende Überdeckung mit DME-Signalen besteht. Mit dem neuen Messsystem ist es nun möglich, bis zu zehn DMEs gleichzeitig zu analysieren. D, damit werden aufwendige Mehrfachbefliegungen des Verfahrens vermieden – zum Vorteil von Kunden und Umwelt.

Für zukünftige Aufgaben im Bereich Surveillance wurde das Flugvermessungsystem mit Messgeräten zur Überwachung des 1030/1090MHz Bereichs ausgerüstet.

Mit ihrem substantiellen Investment in Flugzeug und Messsystem unterstreicht die FCS ihren Anspruch als Technologieführer im Bereich Flight Inspection und Flight Validation. Für unsere Kunden bedeutet dies, jederzeit und zuverlässig auf modernste Technik zurückgreifen zu können, die den neuesten regulativen und wissenschaftlichen Ansprüchen entspricht.

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